Raum für Haltung: Sarah Klingenberg, Kolja Warnecke, Claudia Scheer, Linda Rammes

„In diesem Zeitalter der Massenproduktion ist das Industrial Design zum wichtigsten Instrument geworden, mit dem der Mensch seine Werkzeuge und seine Umgebung, und dadurch mittelbar auch die Gesellschaft und sich selbst prägt.“
—Victor Papanek, Design for the real world, 1971

—Das von Papanek beschriebene Zeitalter der Massenproduktion ist zu einem Zeitalter der Information geworden und der gesellschaftliche Einfluss hat sich vom Industrial Design auf weitere gestalterische Tätigkeiten ausgeweitet, so auch auf das Kommunikationsdesign.
Doch wie sieht dieser Einfluss aus und welche Verantwortung bringt es mit sich, Designer zu sein? Wie sieht die Zukunft des Designs aus und was bedeutet heutzutage eigentlich „Design“? Vor diesem Hintergrund befragen wir uns als Kommunikationsdesigner hinsichtlich unserer Haltung zur – und Position innerhalb – der Gesellschaft.

—Repräsentativ für die Kategorien, in denen sich die Arbeiten thematisch bewegen stehen drei geometrische Formen: Arbeiten und Leben als Designer (Trapez), Auffassung von Design (Quadrat) und Designforschung (Parallelogramm). Die Raute steht als eine Art übergeordnete Repräsentanz für Die Ausstellung und den Gruppenprozess des Ausstellens selbst.

Geplant und durchgeführt als Formplakate greift das Erscheinungsbild die Herausforderung des Ausstellens von vornherein in räumlichen Strukturen zu denken auf.

—Entgegen üblicher Formen kuratierter Ausstellungen, war es unser Ziel eben nicht bereits vorhandene, thematisch passende Arbeiten auszuwählen und zu inszenieren, sondern:

Sowohl das Ausstellungskonzept, als auch die Exponate entstehen parallel und in einem eng verzahnten Wechselspiel aller Beteiligten. Basierend auf strategischen Leitgedanken partizipatorischen Designs, bilden die für die Exponate zuständigen Arbeitsgruppen den Forschungsgegenstand der für den Rahmen der Ausstellung zuständigen Gruppe. Während die Exponate auf Grundlage themenspezifischer Forschungsgegenstände entstehen, verfolgt die Ausstellungsgruppe im ständigen Korrektiv den Entstehungsprozess. Ziel dieser Arbeitsweise ist es, durch die Verknüpfung einzelner Projekte (siehe Infografik) auf inhaltlicher und methodischer Ebene einen Mehrwert, sowie eine aus dem Prozess entstandene, nicht konstruierte Dramaturgie innerhalb des Ausstellungsaufbaus zu generieren.

Wie werden wir morgen arbeiten?: Michael Scholz (links) //  Sieben Sequenzen Plus: Lea Sievertsen (rechts)

91/16: Janina Luckow

— In Zusammenarbeit mit Silva Baum, Gertje König, Björn Jeske